Anorexia nervosa – ein kulturelles Phänomen der Gegenwart?

Inhalt

1. Einleitung
2. Definition Anorexia nervosa
2.1 Diagnostische Kriterien
2.2 Ätiologie
2.2.1 Biologische Faktoren
2.2.2 Soziokulturelle Faktoren
3. Geschichtliche Entwicklung
3.1 Fasten
3.2 Wundermädchen
3.3 Hungerkünstler
4. Anorexia nervosa in Literatur
4.1 Franz Kafka
4.2 Theodor Fontane
5. Anorexia nervosa in der Gegenwart: Pro-Ana
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In deutschen psychiatrischen Kliniken liegen bereits zehnjährige Mädchen, die zwangsernährt werden müssen. Diagnose: Anorexia nervosa. Essgestörte junge Mädchen engagieren sich auf einschlägigen Websites für die aus Amerika stammende Pro-Ana-Bewegung.

Unbeschadet dessen propagieren die Medien und die Wirtschaft ständig ein für die westliche Gesellschaft charakteristisches, von Zielkonflikten geprägtes Schönheitsideal: Einerseits fordern Designer immer dünnere Modelle, deren Konfektionsgröße sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter verkleinert hat. Andererseits werden die Menschen in den Industrieländern immer dicker. Das Fernsehen idealisiert Lifestyle, Erfolg und Glück mit Dünn-Sein während uns eine Masse von den verschiedensten Nahrungsmitteln aller Art im Supermarkt erwartet. Da fällt der westliche Erdbewohner schon mal in einen Gewissenskonflikt, während er sich Heidi Klums Germanys Next Top Model anschaut und nebenbei eine Tüte Chips verschlingt. Ob die gesellschaftlichen Bedingungen (mit-)­ursächlich für die Magersucht sind, ist umstritten. Obwohl sie unser tägliches Handeln bestimmen, bleibt die Frage nach der Kausalität offen.

Daran anknüpfend wird im Folgenden darauf eingegangen, wieweit das psychische Störungsbild der Anorexia nervosa ein kulturelles Phänomen der Gegenwart ist und welche Parallelen aber auch Unterschiede sich in der Geschichte festhalten lassen können. Während des Seminars wurde vorangehend auf die kulturelle Problematik eingegangen, dass Anorexia nervosa in den westlichen Industrieländern und insbesondere in der Oberschicht vertreten sei. In anderen Seminaren meines Studienschwerpunkts Psychiatrie wurde ebenfalls auf das Phänomen aufmerksam gemacht, so dass mein Interesse an einem kulturellen Bezug zur Anorexia nervosa wuchs. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Fragen der Kulturgeschichte der Selbstaushungerung. Dabei werden mögliche Vorläufer der Magersucht untersucht und im geschichtlichen Kontext betrachtet. Durch das intensive Recherchieren kam die Tragweite der kulturellen Wurzeln zum Vorschein, so dass sich das Thema für diese Arbeit fast von selbst ergab.

Nachfolgend wird zunächst auf die zeitgenössische Auffassung des Störungsbildes selbst eingegangen, während anschließend das religiöse Fasten, Wundermädchen und Hungerkünstler betrachtet werden. Des Weiteren werden Texte zweier Autoren analysiert, die über das Hungern geschrieben haben. Hierbei sollen Parallelen aber auch Beweggründe der Autoren, über das Störungsbild der Anorexia nervosa zu schreiben, aufgezeigt werden. Dieser kulturgeschichtliche Abriss soll die Tragweite des Störungsbildes zeigen. Nicht oder nur kurz wird die Entwicklung des Störungsbildes in der Medizin betrachtet, da das zu weit reichen und den Rahmen an dieser Stelle sprengen würde. Trotzdem wird lediglich ein kurzer Einblick in die Auffassung der Magersucht um 1900 gewährt, um kulturelle Gegebenheiten im richtigen Kontext betrachten zu können, da die Vorstellung des Störungsbildes Anorexia nervosa sich erst im Laufe der Zeit entwickelt hat und unterschiedlich verstanden werden kann.

Der letzte Teil der Arbeit befasst sich mit dem Ausmaß der Pro-Ana-Bewegung und geht der Frage nach, ob sie als ein Endprodukt unserer kulturell westlichen Gesellschaft betrachtet werden kann, bei der das Schlankheitsideal mit Glück und Erfolg gleichgesetzt wird.

2. Definition Anorexia nervosa

Die wörtliche Übersetzung des lateinischen Ausdrucks „Anorexie“ bedeutet „Appetitverlust oder Appetitverminderung“, das eine irreführende Bezeichnung ist, da nicht der Appetit, sondern das Essverhalten gestört ist. Der Zusatz „nervosa“ weist auf die psychischen Ursachen der Essstörung hin.[1] Demnach lässt sich das Störungsbild als „Appetitmangel nervöser Art“ wörtlich übersetzen. Anorexiekranke leiden nicht an Appetitmangel, es handelt sich vielmehr um eine bewusste Unterdrückung des Appetits oder des Hungergefühls, das aus dem Verlangen entsteht, mager sein zu wollen. Deshalb trifft der umgangssprachliche Gebrauch „Magersucht“ dieses Krankheitsbild zutreffender.

2.1 Diagnostische Kriterien

Ausgehend vom Internationalen Klassifikationssystem der psychischen und Verhaltensstörungen (ICD 10 Kap. V) ist das Störungsbild der Anorexia nervosa bei den Essstörungen unter dem Abschnitt F 50.0 zu finden. Die aktuellen Diagnosekriterien definieren die Anorexia nervosa über Merkmale, die sich in erster Linie auf das Essverhalten und auf damit in engem Zusammenhang stehende Verhaltensweisen der Gewichtsregulation beziehen. So ist dieses Störungsbild durch einen „absichtlich selbst herbeigeführten oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust“[2] gekennzeichnet. Daneben werden als Voraussetzung für die Diagnose über das entsprechende Untergewicht hinaus ausgeprägte Ängste „vor einem dicken Körper und einer schlaffen Körperform“ haben, die als „tiefverwurzelte überwertige Idee besteht und die Betroffenen eine sehr niedrige Gewichtsschwelle für sich selbst festlegen“ (Körperschema-Störung), so dass meist eine Unterernährung unterschiedlichen Schweregrades vorliegt.[3] Dabei liegt das Körpergewicht mindestens 15 % unter dem erwarteten Gewicht oder es liegt ein BMI-Wert von 17,5 oder weniger vor.[4] Zu den Symptomen gehören eine eingeschränkte Nahrungsauswahl, insbesondere Vermeidung von hochkalorischen Speisen sowie übertriebene körperliche Aktivitäten sowie selbstinduziertes Erbrechen und/oder Abführen, der Gebrauch von Diuretika und Appetitzüglern.[5] Körperliche Folgen sind ein niedriger Puls, Lanugobehaarung und das Ausbleiben der Menstruation. Daneben nehmen Knochen, Herz und Nieren Schäden und typischerweise leiden Anorexiekranke unter Haarausfall, Herzflattern, Verstopfung und Kältegefühlen an Händen und Füßen. Meistens haben die Klienten jedoch eine mangelnde Krankheitseinsicht und verleugnen ihr Untergewicht, selbst wenn die Krankheit schon weit vorangeschritten ist. [6]

2.2 Ätiologie

Die ätiologischen Erklärungsansätze für dieses Störungsbild sind vielfältig und nur zum Teil erforscht. Ursächlich können soziokulturelle, individuelle und biologische Faktoren sowie familiäre Belastungen[7] sein, somit kann man von einer „multifaktoriellen Ätiologie“[8] sprechen. Alle Faktoren sind von einer „fehlenden Spezifität für psychogene Ess-Störungen“ gekennzeichnet, so dass sie lediglich als „unspezifische Risikofaktoren“ bezeichnet werden können.[9]

2.2.1 Biologische Faktoren

Nach neuen Erkenntnissen aus der biologischen Forschung ist die Annahme forschungsrelevant, dass Magersucht mit Störungen in den Belohnungsschaltkreisen einhergeht. Diese neuronalen Fehlfunktionen können erklären, warum Anorektiker schöne Dinge wie Essen oder Sex nicht genießen können, aber Hunger und Askese wie einen Rausch erleben.[10] Bei Anorektikern reagiert das Lustzentrum nur schwach auf positive Ereignisse. Stattdessen werden Hirnareale aktiviert, die langfristige Folgen der Nahrungsaufnahme bewerten. Es wird davon ausgegangen, dass Anorektiker süchtig sind nach Hunger. Ähnlich wie bei der Einnahme von Drogen wird bei der Magersucht der Pegel des Botenstoffs Dopamin erhöht, der auf das Lustzentrum einwirkt, wodurch sich der Mensch euphorisch fühlt. Diese Aktivierung im Lustzentrum führt dazu, dass das Hormon CART (Cocaine- and Amphetamine-Regulated Transcript) ausgeschüttet wird, welches das Verlangen nach Nahrung unterdrückt.[11] „Das CART-Peptid gilt nun als das fehlende Glied in der Kette zwischen der Aktivierung des neuronalen Belohnungssystems und mangelndem Appetit. Wenn beide Effekte gleichzeitig auftreten, assoziieren manche Menschen Nahrungsmangel mit Belohnung – sie werden süchtig nach Hunger.“[12] Ob diese Fehlfunktion die Krankheit verursacht oder durch sie hervorgerufen wird, ist im Moment Gegenstand der Forschung.

2.2.2 Soziokulturelle Faktoren

Wenngleich Forscher sich sicher sind, dass soziokulturelle Faktoren keinesfalls die alleinige Ursache für die Erkrankung an Magersucht sind[13], werden sie nachfolgend behandelt, denn Umwelteinflüsse spielen bei psychischen Störungen eine wichtige Rolle.

Wie bereits angedeutet, kommt die Magersucht in westlichen Industrieländern häufiger vor als in asiatischen, arabischen und Entwicklungsländern. Das erlaubt die Annahme, gestörtes Essverhalten wird durch spezifische Merkmale der westlichen Kultur ausgelöst. Diese Feststellung wirft die Frage auf, ob es sich hier um ein Kulturphänomen handelt. „Kulturgebunden“ bedeutet in diesem Zusammenhang demnach, dass die Magersucht „nicht uneingeschränkt in der Gesamtbevölkerung auftritt, sondern sich auf eine bestimmte Kultur bezieht“.[14] In der Tat werden an die moderne westliche Karrierefrau hohe gesellschaftliche Erwartungen gestellt. Die „ideale Frau“ ist in ihren Rollen als Mutter, berufstätige Karrierefrau, als Hausfrau, Partnerin, Geliebte und Freundin einem hohen sozialen Druck ausgesetzt, da von ihr erwartet wird, dass sie auf allen Gebieten erfolgreich ist, was in der Realität kaum gelingen kann. Diese widersprüchlichen Erwartungen werden jungen Mädchen vorgelebt und können in der Phase der Pubertät als verunsichernd erlebt werden.[15] Abhängig vom Stabilitätsgrad des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls kann es zu einer Kompensation von Defiziten im Bereich der psychosozialen Kompetenzen mit einer Gewichtsreduktion kommen.[16] Das Streben nach der Idealfigur gewinnt eine zentrale Bedeutung als Sicherung des Selbstwertgefühls mit Hilfe der Idealfigur. Da die Anorexia nervosa meist bei jungen Mädchen während der Pubertät auftritt, kann hierbei der Versuch einer Diät, den schleichenden Beginn der fatalen Magersucht zur Folge haben, sofern weitere Dispositionen vorliegen. Hinzu kommen die Umweltfaktoren von Seiten der Medien, so dass junge Mädchen schon früh für Gewicht, Kalorien und Essverhalten sensibilisiert werden.

3. Geschichtliche Entwicklung

Magersucht ist ein Thema, welches besonders seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Die Medien berichten über magersüchtige Models und hungernde Prominente. Die Aufmerksamkeit, die dieser Krankheit geschenkt wird, lässt vermuten, dass es sich um eine „Modekrankheit“ handelt. Doch dem ist nicht so. Welche Arten der Nahrungsverweigerung in der Geschichte auftraten, soll im Folgenden behandelt werden.

3.1 Fasten

Das Fasten entstand ursprünglich aus der Not heraus, als Menschen sich in Folge von Krieg und vor allem durch Verlust der Ernte am Rande des Hungertods befanden. Schon damals lernte man, aus der Not eine Tugend zu machen.[17] Das religiöse Fasten lässt sich weder auf eine bestimmte Religion noch auf ein bestimmtes Motiv zurückführen. Es entstand vielmehr in unterschiedlichen Kulturen. Im Christentum wurde das Fasten nicht nur als eine Art Enthaltung angesehen, sondern vereinte die Christen in der Not, so dass Gott Erlösung gewährte. Auch war das Fasten eine Form der Trauer über das Leiden Christi oder die Sünden anderer. Der Kirchenschriftsteller Tertullian betonte die Magerkeit, die Gott gefallen würde: „Ein abgemagerter Körper wird das schmale Himmelstor leichter durchschreiten, ein ausgezehrter Körper bleibt im Grab am längsten erhalten.“[18] Im frühen Christentum wurde das Fasten vorgeschrieben, z.B. für diejenigen, die an der Taufe oder Kommunion teilnahmen, da die innere Reinheit eine gute Voraussetzung war, um höhere Kräfte zu empfangen.[19] Das Fasten entwickelte sich zur wichtigsten Form der Askese[20]. Die Christen vertraten die Auffassung, dass Askese in Form von Selbstkontrolle und Selbstzüchtigung die Möglichkeit zur Vollkommenheit des Geistigen und die Unabhängigkeit von allen körperlichen Bedürfnissen war. Dazu zählten ebenfalls die sexuelle Enthaltsamkeit, Schlafentzug, Selbstkasteiung, Selbstverbrennung und andere Quälereien, damit das „sündige“ Fleisch geschwächt und der Geist gestärkt wird.[21] Bis dahin war das Fasten der Frömmigkeit des Gläubigen selbst überlassen. Als die Kirche sich ihre Anerkennung erkämpft hatte, ließen der Glauben und die Moral des Fastens nach. Um dem entgegen zu wirken, hat die Kirche das Fasten ab dem 3. Jahrhundert an Regeln gebunden, nach denen zweimal wöchentlich gefastet wurde.[22] Abgeleitet aus der Bibel wurde zusätzlich eine vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern eingeführt und bald danach auch vor Weihnachten und nach Pfingsten. So war es nicht verwunderlich, als die vorgeschriebene Fastenzeit im Mittelalter bald aus einem Drittel des Jahres bestand.[23] Nach der Reformation[24] wurde das Fasten immer weniger einem religiösen Wert beigemessen, so dass für die meisten Christen heute die Fastenzeit lediglich eine geringe Anpassung der Mahlzeiten beendet.

3.2 Wundermädchen

Als Wundermädchen galten ab dem 16. bis in das 19. Jahrhundert Frauen, die sehr wenig oder überhaupt nicht aßen und trotzdem weiterlebten.[25] Dieses „Wunder der Natur“ hielten sie angeblich monatelang oder sogar jahrelang durch. Beispielsweise hungerte die 19-jährige Martha Taylor, „the famed Derbyshire damsel“, seit 1667 gut dreizehn Monate und betupfte ihre Lippen hin und wieder mit einer Feder oder trank einige Tropfen Pflaumsirup.[26] Das Erstaunliche war, dass einige Wundermädchen behaupteten, nicht nur jahrelang ohne Nahrung, sondern auch ohne Flüssigkeit auszukommen. Wenn damalige Ärzte ratlos waren, was nicht selten vorkam, so wurde statt an eine Krankheit schon mal ein anerkanntes Fastenwunder daraus, da die Menschen sich durchaus bewusst waren, dass Nahrung zum Leben notwenig ist. Dieses Phänomen erregte viel Aufmerksamkeit, so dass Neuigkeiten über Traktate oder Flugblätter verteilt wurden und sich zu einer Attraktion entwickelten. Diese lockten zahlreiche Besucher an, die angereist kamen, um sich das Wunder anzusehen, die ihnen wiederum Geld oder Güter schenkten als Zeichen der Anerkennung.[27] Die „fasting girls“ sind vom religiösen Fasten zu unterscheiden, da sie sich der christlichen Lehre nicht so eng verbunden sahen wie ihre Vorfahren. Die Nahrungsaufnahme der Mädchen wurde kontrolliert, indem es „vollkommen von der Außenwelt abgeschlossen und mehrere Tage lang ununterbrochen beobachtet wurde“.[28] Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus: Während man bei verschiedenen Wundermädchen die Nahrungsenthaltung bestätigen konnte, wie beispielsweise bei Catharina Binder aus Schmidtweyler 1584, die sieben Jahre lang nichts gegessen hatte, wurden einige Fälle auch entlarvt und daraufhin mit einer schweren Strafe verhängt.[29] Die Frage nach dem Betrug wird vermutlich nie geklärt werden können. Obwohl der Begriff Anorexia nervosa 1873 in die medizinische Fachliteratur eingeführt wurde und Nahrungsenthaltung als ein klinisches Syndrom galt, verschwand das Phänomen der Wundermädchen nicht ganz. Die „fasting girls“ erschienen zwar in verschiedenen Fachbeiträgen, doch nie in Verbindung mit Anorexia nervosa. Die Situation verschlechterte sich für die Wundermädchen, als Mediziner mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Hungerns dem angeblichen Wunder der Mädchen widersprachen.[30]

3.3 Hungerkünstler

Ende des 19. Jahrhunderts lösten sog. Hungerkünstler die Wundermädchen ab. Auch wenn der Hungerstreik in manchen Fällen als krankhaft betrachtet wurde, handelte es sich hierbei nicht um eine Krankheit, sondern war vielmehr eine zielbewusste Entscheidung des Hungernden handelte. Hungerstreik kann als das „letzte Mittel des Machtkampfes einer Person“ bezeichnet werden.[31] Diese Form der Nahrungsverweigerung wurde im Sinne eines „kommerziellen Spektakels“ genutzt.[32] Nicht mehr das Kloster bildete den Rahmen der asketischen Lebensweise, sondern die Handlungen wurden auf die Nahrungsverweigerung reduziert und auf Jahrmärkten und öffentlichen Plätzen als „Hungerkunst“ zur Schau gestellt. Hier präsentierten sich Menschen, die Nahrung verweigerten und diese Tatsache offen als Einnahmequelle nutzten. Man konnte die „lebende[n] Gerippe“ sogar im Zirkus gegen Bezahlung beobachten, die ihre extreme Magerkeit und ihr außergewöhnliches Hungern präsentierten.[33] Ebenso wie die Wundermädchen war dies die einzige Einkommensquelle der Hungerkünstler, so dass auch sie gegen Skepsis ankämpfen mussten.[34] Hungerkünstler waren ausschließlich Männer. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Hungerkünstler ihre Nahrungsabstinenz auf wenige Wochen beschränkten und nicht auf mehrere Jahre. Dies machte sie glaubhafter. Als nach 1930 andere Unterhaltungsformen wie Film oder Radio auftraten, verschwanden die Hungerkünstler von der Bildfläche. Außerdem sorgte die verbesserte Sozialpolitik dafür, dass sie nicht mehr hungern mussten und diese Form der Unterhaltung nicht länger ethisch vertretbar war.[35]

Doch schon immer war das Selbstaushungern auch ein öffentlicher Protest gegen ungerechte Entscheidungen, Sanktionen oder Gerichtsverhandlungen seitens des Staates (irische Freiheitskämpfer, Gandhi, Holger Meins etc.) zur Durchsetzung politischer Ziele. Diese Form des gewaltlosen Protests wurde häufig als letztes Kampfmittel eingesetzt.

4. Anorexia nervosa in Literatur

Nachdem der Nahrungsverzicht den Fastenheiligen, Wundermädchen und Hungerkünstlern vorbehalten war, entwickelte er sich im Laufe der Zeit zu einem medizinischen Problem. Der griechische Arzt Alexander von Tralles (525-605) berichtet in seiner Abhandlung „Über den Appetitmangel“ über eine „fehlerhafte Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten“ oder auf eine „Anhäufung der Säfte im Magen“ und empfahl Erbrechen oder Abführmittel.[36] Um 1700 erscheinen mehrere Dissertationen mit dem Titel „De Anorexia“, bei denen zwar die Vorstellungen der Magensäfte noch dominieren, aber auch psychische Faktoren hinzukommen.[37] Richard Morton (1637 – 1698) gebrauchte den Begriff der „Atrophia nervosa[38], die als eine der ersten medizinisch detaillierten Beschreibungen der Anorexia nervosa gilt. Seine Beschreibung fand seinerzeit jedoch kaum Beachtung in medizinischen Kreisen. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf das Gehirn als Hauptsitz von „hysterischen Störungen“.[39] Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Psychiatrie zu einer eigenständigen Disziplin und der enge Zusammenhang zwischen Körper und Geist war unverkennbar, so dass die Magersucht empirisch erforscht wurde.[40] Der Begriff „Nervennahrung“ entstand seinerzeit: Man glaubte, nervöse Menschen waren zugleich mager. Daraus wurde gefolgert, Magerkeit beruhe auf einem Nervenleiden. Das noch heute verwendete Wort „Nervennahrung“ deutet auf die medizinische Debatte und die damit verbundenen Mastkuren hin, durch die kranke Nerven mit Überernährung therapiert werden sollten.[41] 1880 gab der britische Arzt Sir William Gull der Krankheit ihren Namen.[42] Die „Entdeckung“ der Anorexia nervosa ist mit Sicherheit eine Tatsache von kulturhistorischer Bedeutung.

4.1 Franz Kafka

In Franz Kafkas Briefen an Felice Bauer (1912) wird deutlich, dass er unter Magersucht leidet, auch wenn diese Diagnose bei ihm nie gestellt wird, sondern in Verbindung mit Tuberkulose gebracht wird. Er bezeichnet sich selbst als sehr mager („…so mager wie ich bin und ich bin der magerste Mensch den ich kenne…“[43]) und stellt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Schreiben und seiner Magerkeit her.[44] Das ist nicht verwunderlich, da man der Meinung war, man müsse nicht nur die Nahrung kontrollieren, sondern auch die Lektüre, die ebenfalls zu einer Schwächung der Nerven führen könne.[45] Hermann Oppenheim spricht von der „psychischen Diät“, denn „was dem Geiste an Nahrung und Genußmitteln zugeführt wird“, müsse „auf seinen Wert, seine Verdaulichkeit und Zuträglichkeit“ überprüft werden.[46] Doch auch in seiner Literatur spiegelt sich das Thema Ernährung und Magerkeit wieder. In der 1924 veröffentlichten allegorischen Erzählung „Ein Hungerkünstler“[47] thematisiert Kafka die Kunst des öffentlichen Hungerns anhand des Schicksals eines Hungerkünstlers. Im ersten Teil widmet sich Kafka der Zeit, als Hungern noch Erfolg und Anerkennung einbrachte; die zweite Phase dient dem „Umschwung“, der nach dem ersten Weltkrieg stattgefunden hat und schildert das ruhmlose Ende dieser Art von Schaustellung und die Erniedrigung des Hungerkünstlers selbst, den man mit faulem Stroh zusammen aus dem Käfig kehrt. Es ist nicht verwunderlich, dass Kafka ausgerechnet einen Hungerkünstler zur Hauptperson seiner Erzählung machte. Es ermöglichte ihm, „seine eigene Magersuchtsproblematik literarisch glänzend zu verarbeiten“, da er sich mit ihm identifizieren konnte.[48]

In der Erzählung „Die Verwandlung“ (1915), in der sich Gregor Samsa eines Morgens in einen Käfer verwandelt, ist das Essen ein wichtiges „narratives Element“.[49] Obwohl es sich um eine Verwandlung handelt, nehmen die Eltern später die Verwandlung als Erkrankung wahr, als sie die Schwester fragen „was Gregor gegessen hatte, wie er sich diesmal benommen hatte, und ob vielleicht eine kleine Besserung zu bemerken war“[50]. Gregor Samsas Leben spielt sich um sein abwegiges Essverhalten und die Reaktion seiner Familie darauf ab, so dass sich gegen Ende der Geschichte seine „Anorexie“ verstärkt und er nichts mehr isst. Die Nahrungsenthaltung richtet sich gegen das soziale Gefüge seiner Familie, da sie ihn als Familienmitglied ausschließen, jedoch später selbst ein abweichendes Essverhalten an den Tag legen. In Kafkas Erzählung wird die Rolle des Essens in der Familie deutlich, die von ihm als Gemeinschaft geschildert wird und sich über das Essen definiert.

In beiden Erzählungen Kafkas wird deutlich, dass Nahrung und Nahrungsabstinenz eine große Rolle für ihn spielen. Dies erlaubt, wie in so vielen Erzählungen Kafkas einen Rückschluss auf den Autor, als „eine Spiegelung von Kafkas Selbst“.[51]

4.2 Theodor Fontane

In Theodor Fontanes „Cécile“ (1886) und „Effi Briest“ (1894/95) zeigten beide Hauptfiguren anorektisches Verhalten. Über das Nervenleiden von Cécile heißt es am Anfang: „Ich sehe schon die Waage, drauf du gewogen wirst und dich mit jedem Tage mehr in die Gesundheit hineinwächst. Denn Zunehmen heißt Gesundwerden.“[52] Der Schwächezustand von Cécile, der Geliebten eines Fürsten, wird von Fontane mit einem medizinischen Wissen seiner Zeit beschrieben, so dass „das Nervenleiden“ mit körperlichen Symptomen verbunden wird.

Die Romanfigur Effi Briest inszeniert zunächst eine Scheinkrankheit und beschließt, den  ganzen Tag von Sodawasser zu leben. Ihre Mutter besteht darauf, dass sie „tüchtig essen“ müsse, was auf die Ernährungskuren zu Fontanes Zeit anspielt. In Effi Briest scheint das Essen nur eine Nebenrolle zu spielen, so dass Fontane in diesem Roman die Diagnose offen lässt.

In beiden Romanen wird der Zusammenhang zwischen Weiblichkeit, Krankheit und Anorexie thematisiert, die für Fontane eng miteinander verbunden sind.[53]

5. Anorexia nervosa in der Gegenwart: Pro-Ana

Dass die Magersucht heute noch immer aktuell ist, zeigt insbesondere die aus Amerika stammende Pro-Ana-Bewegung. Ein Weg in die Krankheit, vor allem aber zur Bestätigung und Verstärkung junger Mädchen führt über Pro-Anorexie-Foren im Internet. Sie selbst bezeichnen sich verharmlosend als Pro-Ana, die als Abkürzung für ein Bekenntnis zur Magersucht steht. Diese Foren und Blogs beinhalten „thinspirations“, also meist am PC bearbeitete Bilder von extrem abgemagerten  Mädchen, die andere dazu animieren sollen, weiter zu hungern. Daneben Tipps, wie man das Hungern möglichst unauffällig betreiben kann, damit Familie und Freunde es nicht bemerken, und Regeln, Psalme und Gebote für die Verehrung von Ana. Während einige noch der Meinung sind, Pro-Ana-Foren seien für nicht-therapierbare Magersüchtige, hat seitens der Jugendschützer, die sich gegen eine Verherrlichung von Essstörungen im Internet mit der gleichnamigen Broschüre aussprechen, ein Umdenken statt gefunden. Von 270 Websites wurden 75 % als jugendschutzrelevant eingestuft.[54] Ob der Verbot dieser Websites zu einer Lösung des Problems führt, ist fraglich: „Removal of the websites has simply led to the creation of new ones.“[55] Fakt bleibt, dass junge Mädchen, die auf Pro-Ana-Seiten stoßen, dazu ermuntert werden, weiter abzunehmen, während die ernsthaften Folgen der Krankheit verharmlosend oder gar nicht dargestellt werden. Eine Untersuchung in Amerika stellt ebenfalls fest: „In addition, 96 percent of those with diagnosed eating disorders who visited these sites learned new techniques and 46 percent who visited sites devoted to recovery learned new weight loss tips.“[56] Diese Zahlen belegen den enormen Einfluss der Foren, die sich allerdings durch ihre Präsenz im Internet und damit Lesbarkeit nicht nur für die anvisierte Zelgruppe – sprich: Anorektiker – zugleich angreifbar machen, etwa der Gefahr von Zensurmaßnahmen aussetzen: „When such an embodied community makes itself visible beyond its intended audience [in this case, anorexics], it becomes vulnerable. […], erasure will be imposed from outside in the form of censorship.“.[57] Während Medien in den Pro-Ana-Seiten eine Lifestylebewegung sehen, vergleichen andere sie mit einer Religion, bei der es kein führendes Glied in der Kette gibt („Young women are invested in thinness with the same intensity and participation as religious cult members, except that they do not have a single leader“).[58]

Während der Bekanntheitsgrad der Pro-Anas steigt, entwickelte sich parallel dazu eine Gegenbewegung, die „Gegen Pro-Anas“, durch die versucht wird, auf die Gefahren und Folgen aufmerksam zu machen.[59] Musiker und andere Künstler bauen auf dieser Thematik ihre Produkte auf. So verarbeitete der Sänger der Band „Silverchair“, Daniel Johns, den Tod seiner magersüchtigen Freundin in dem Lied „Ana´s Song“. Ivonne Thein schockierte mit ihrer Fotoserie „Zweiunddreißig Kilo“ mit der Ästhetik des Extremen, um auf die tödlichen Folgen der Pro-Ana-Bewegung hinzuweisen.[60] Lisbeth und Angelique Reaven, die beiden holländischen Zwillinge, protestieren mit ihrer eigenen Magersucht gegen den „Körperkult“ und schockieren mit ihrer Ausstellung.[61]

6. Fazit

Aus religiösen oder anderen Gründen Fastende, Wundermädchen und Hungerkünstler können als Vorläufer von Magersüchtigen bezeichnet werden, da verschiedene Formen der Selbstaushungerung im Laufe der Geschichte bestimmte Merkmale gemeinsam hatten.

Das Störungsbild mit seinen Diagnosekriterien und Symptomen hat sich aber in den letzten Jahren gewandelt, so dass sich die zeitgenössische Auffassung von der Anorexia nervosa nicht beliebig auf Phänomene der Vergangenheit übertragen lässt. Auf eine einheitliche Begründung für die auch in der Vergangenheit beobachteten verschiedenen Formen der Nahrungsabstinenz bzw. Selbst­aushungerung kann somit nicht geschlossen werden. Stattdessen müssen sie in ihrem jeweiligen kulturhistorischen Kontext betrachtet werden.

Solange das gegenwärtig herrschende Schönheitsideal die Konfektionsgröße 0 („Size zero“) voraussetzt, bleiben Anorexia nervosa und Pro-Ana unverändert aktuell.

7. Literaturverzeichnis

Büsser, Fritz: Wurzeln der Reformation in Zürich, Leiden 1985

Diezemann, Nina: Die Kunst des Hungerns: Essstörungen in Literatur und Medizin um 1900, Berlin 2006

Ferreday, Debra: Unspeakable Bodies: Erasure, Embodiment and the Pro-Ana Community, in: International Journal of Cultural Studies 2003 (6), S. 277-295

Fontane, Theodor: Cécile [1886], München (Deutscher Taschenbuch Verlag), 1995

Gailey, Jeannine A.: „Starving Is the Most Fun a Girl Can Have“: The Pro-Ana Subculture as Edgework, in: Crit Crime 2009 (17), S. 93-108

Gura, Trisha: Sucht nach Hunger, in: Gehirn und Geist 11/2008, S. 46-51

Jacobi, Corinna u. a.: Kognitive Verhaltenstherapie bei Anorexia und Bulimia nervosa, Weinheim 2000

Kafka, Franz: Die Verwandlung, Prag (Vitalis) 2006

Rauchfuß, Katja u. a.: Abschlussbericht der Recherche zu Pro-Anorexie-Angeboten, Mainz 2008 (PDF-Datei, Download unter: http://www.jugendschutz.net/pdf/bericht_pro-ana.pdf)

Scholz, Ingeborg: Franz Kafka, Erzählungen I, 4. Aufl., Hollfeld 1983

Sipos, Valerija u. a.: Psychologische Therapie von Essstörungen, Lengerich 2003

Vandereycken, Walter u. a.: Wundermädchen – Hungerkünstler – Magersucht – Eine Kulturgeschichte der Ess-Störungen, Weinheim, Basel, Berlin 2003


[1] http://www.magersucht-online.de/allgemei.htm, Stand: 02.08.2009.

[2] http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2009/block-f50-f59.htm, Stand: 30.07.2009.

[3] Ebd.

[4] gura, Sucht nach Hunger, in: Gehirn und Geist, Nov. 2008, S. 48.

[5] Ebd.

[6] gura, Sucht nach Hunger, in: Gehirn und Geist, Nov. 2008, S. 48.

[7] jacobi, Kognitive Verhaltenstherapie, S. 27.

[8] Jacobi, Kognitive Verhaltenstherapie, S. 26.

[9] Ebd.

[10] Gura, , Sucht nach Hunger, in: Gehirn und Geist, Nov. 2008, S. 48.

[11] A. a. O.

[12] Ebd.

[13] Ebd. S. 47 f.

[14] vandereycken, Wundermädchen, S. 18.

[15] sipos, Psychologische Therapie, S. 77.

[16] jacobi, Kognitive Verhaltenstherapie, S. 29.

[17] vandereycken, Wundermädchen, S. 30.

[18] Ebd. S. 31.

[19] A. a. O. S. 32 f.

[20] „Askesis“: Übung auf das Training der griechischen Athleten, die mit strenger Diät und wiederholten Körperübungen ihre Kondition verbessern wollten. Später bezieht sich der Begriff auf das Verfolgen spiritueller und tugendhafter Ziele, häufig auf Kosten des Körpers; Vandereycken, S. 34.

[21] vandereycken, Wundermädchen, S. 35.

[22] Ebd. S. 37.

[23] A. a. O.

[24] Die Reformatoren bezeichneten das Fasten als reine Äußerlichkeiten, durch die die Gnade Gottes nicht erlangt werden kann. Ulrich Zwingli begann seine Reformation gegen das Fasten in der Schweiz mit einem demonstrativen Wurstessen; Büsser, Wurzeln, S. 5.

[25] Vandereycken, Wundermädchen, S. 72.

[26] Ebd.

[27] vandereycken, Wundermädchen, S. 75.

[28] A.a.O. S. 77.

[29] Ebd.

[30] vandereycken, Wundermädchen, S. 92 f.

[31] Ebd. S. 102.

[32] A.a.O. S. 52.

[33] Die Hungerkünstler erinnern an Georg Büchners „Woyzeck“, der als Studienobjekt eines Arztes nur Erbsen essen durfte und stark abmagerte.

[34] Ebd. S. 104.

[35] vandereycken, Wundermädchen, S. 105.

[36] Ebd. S. 150.

[37] „Die würckende (sic!) Ursache des Hungers ist die Seele: Denn es ist bekannt, daß Traurigkeit, Furcht, schrecknis, tieffe Gedanken, u.d.a. den Appetit verringern oder sogleich vertreiben können.“, ebd. S. 151 f.

[38] Definition durch Morton: „Dahinsiechen des Körpers ohne nennenswertes Fieber, Husten oder Atemnot; aber sie geht mit Appetitmangel und schlechter Verdauung einher, gefolgt von einer erschlaffenden Schwächung des Körpers, der jeden Tag mehr Fleisch verliert.“; Vandereycken S. 159 m. w. N.

[39] vandereycken, Wundermädchen, S. 164 f.

[40] Vgl. hierzu vandereycken, Wundermädchen, Kap. 8 „Wer entdeckte die Anorexia nervosa?“, S. 183-203.

[41] Diezemann, Kunst, S. 16 ff.

[42] Ebd.

[43] A.a.O. S. 99.

[44] Ebd.

[45] A.a.O. S. 13 ff.

[46] Ebd.

[47] Kafka, Franz: Ein Hungerkünstler, erschienen in: Kafka: Das Urteil, Frankfurt am Main 1996.

[48] vandereycken, Wundermädchen, S. 127.

[49] Diezemann, Kunst, S. 111.

[50] Kafka, Verwandlung, S. 47.

[51] Scholz, Erzählungen I, S. 37.

[52] Fontane, Cécile, S. 10.

[53] Diezemann, Kunst, S. 44 f.

[54] Rauchfuß, Abschlussbericht, S. 4.

[55] Gailey, Starving, in: Crit Crime 2009 (17), S. 107.

[56] Gailey, Starving, in: Crit Crime 2009 (17), S. 94.

[57] Ferreday, Bodies, S. 293.

[58] Gailey, Starving, in: Crit Crime 2009 (17), S. 95 m. w. N.

[59] Siehe www.youtube.com und http://blog.blokster.de/pro-ana-video-anorexia-nervosa-videos-20090227, Stand: 25.08.2009.

[60] http://www.ivonnethein.com/de/press.html Stand: 17.08.2009.

[61]http://www.youtube.com/watch?v=47KqefBrBZs Stand: 3.08.2009.

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